Mike Kunzelmann #191

Strandrennen Le Touquet

173 Platz

03 Februar 2019

Am vergangenen Wochenende startete der 21 Jährige Mike Kunzelmann beim Enduropale in Le Touquet, an der französischen Atlantikküste. Mit über 400.000 Zuschauern zählt das Strandrennen zu einem der größten Motorsportevents auf der ganzen Welt.

Drei Stunden geht es für die 1300 Teilnehmer nach einem Massenstart auf dem 13 km langen Rundkurs im tiefen Sand am Strand entlang. Sieger ist, wer am Ende des Rennens die meisten Runden gefahren hat.

Für Mike ist es bereits die zweite Teilnahme, nach dem er sich im vergangen Jahr von Startplatz 1085 auf Platz 146 vorgekämpft hatte.

Servus miteinander,

Anfang Oktober entschied ich mich dafür, wieder beim Le Touquet an den Start zu gehen. Leider hatte ich Ende Oktober die Anmeldung verpasst, somit wurde das ganze ein bisschen chaotisch. Ein französischer Arbeitskollege und mein Reifen Sponsor Maxxis halfen mir dann, den Chef Michael Aubry zu kontaktieren, damit ich noch einen Startplatz bekomme. Mit ein wenig Glück bekam ich dann einen Startplatz von einem Fahrer, der sich beim Training verletzt hatte. Wie immer alles auf den letzten Drücker 😉 Zur Vorbereitungsphase gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Im November hatte ich mir, wie eigentlich jedes Jahr, 4 Wochen Pause gegönnt und mal gar nichts gemacht, damit der Körper mal runter fahren konnte. Da hatte ich dann auch mal Zeit, mich um die Organisatorischen Sachen zu kümmern (Lizenzen, Team, Bike, Bekleidung). Anfang Dezember habe ich dann angefangen, mich körperlich auf die Saison vorzubereiten. 5 – 6 mal die Woche Rad Fahren, Schwimmen, Kraft, Laufen, Rudern. Ein Mix aus allem, finde ich persönlich am besten. Da das Wetter im Dezember ziemlich beschissen war und es hier im Süden auch keine Motocrossstrecken zum trainieren gibt, saß ich erst Anfang Januar das erste mal, nach 11 Wochen Pause mal wieder auf dem Bike. Nach gerade einmal 5 Stunden Training auf dem neuen Bike ging es dann schon mit großen Schritten Richtung Le Touquet. Leider ging mir, um eine andere Übersetzung, einen größeren Tank oder ein anderes Fahrwerk zu testen, ein bisschen die Zeit aus. Aber eigentlich ist das alles gar nicht so schlimm, wichtig war nur das ich Spaß habe, die Erfahrung mit nehme und mich nicht verletzte. Der eigentliche Saisonstart ist für mich erst Mitte April in Triptis beim GCC. Am Dienstag, also 5 Tage vor dem Rennen, hat’s mich dann noch komplett umgehauen (Schwindel, Fieber und Übelkeit). Mit Medikamenten und viel Schlaf wurde es dann von Tag zu Tag wieder besser und wir konnten Freitag morgen um 6 Uhr die Reise nach Le Touquet starten, nach dem ich den Abend zuvor noch bis Tief in die Nacht hinein mein Motorrad und das Wohnmobil richten musste. In Frankreich angekommen, war es wie schon das Jahr zuvor Schweine Kalt und die ganze Stadt war überfüllt mit Menschenmengen und Wohnmobile. Das muss man sich vorstellen wie Fastnacht oder ein Gassenfest, alle Kneipen und Straßen sind überfüllt. Freitag Nachmittag angekommen, sind wir gleich los zur Abnahme und haben den Papierkram erledigt und das Motorrad ins Parc Farme  gestellt. Zum Glück hat uns ein anderer Deutscher Fahrer (Michael Heiherhoff) einen Platz reserviert, wo wir Parken konnten, sonst wären wir nämlich 5km außerhalb der Stadt gestanden. Freitag Abend gab’s dann erst mal eine große Portion Spaghetti Bolognese im Wohnmobil, bevor es danach noch in die Stadt ging, um einen Bierchen zu zischen. Samstag machten wir uns dann einen gemütlichen Tag. Wir sahen uns das Quad und Junioren rennen an, bauten das Zelt in der Boxengasse auf, waren shoppen und zu guter letzt gab es noch einen schönen Sonnenuntergang am Strand zu sehen. Sonntag  um 12.45 Uhr war dann Einlass ins Parc Farme und alle Stürzten sich auf ihr Motorräder um so schnell es geht nach vorne zu kommen. Im Convoi ging es dann von der Stadt zum Strand hinunter an den Start. Mit der Startnummer 320 stand ich irgendwo mittendrin und konnte nach vorne, sowie nach hinten nur Helme sehen. Punkt 14 Uhr war dann der Startschuss und es ging die 6km lange Startgerade, mit über 140km/h, Lenker an Lenker den Strand hinunter Richtung erste Kurve. Wenn man einmal mit dem Gas zuckt wird man von 100 anderen Fahrern überholt, oder überrollt;) also immer schön den Gasgriff aufdrehen, egal wie sich das Motorrad hin und her pendelt. Das Rennen war sehr hart. Die Strecke hat sich in diesem Jahr extrem ausgefahren und die Konkurrenz war sehr stark. Am Start war ich ein bisschen zu verhalten und in der zweiten Runde bin ich an einer Auffahrt nicht mehr hochgekommen, da sich vor mir ein Riesen Stau gebildet hatte. Ich wollte die verlorene Zeit wieder aufholen, bin dann aber oft gestürzt. Zum Ende hin, habe ich einen guten Rythmus gefunden und konnte noch einige Plätze gut machen. Mit Platz 174 bin ich zufrieden, aber es hätte auch besser laufen können. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr unter die ersten 100 kommen, dass war leider nichts. Im nächsten Jahr will ich mich aufjedenfall noch besser auf das Rennen vorbereiten und mehr Zeit auf dem Bike im Sand verbringen. Vielleicht klappt es dann mit den Top 100 😉

Schade finde ich, dass die Jungen in meinem Alter das Rennen gar nicht mehr kennen und auch so wenig deutsche Starter dabei sind. Wenn man in den deutschen Medien/Zeitschriften mehr berichten würde, wäre das Rennen in Deutschland auch bekannter.

In der Saison 2019 starte ich in der German Cross Country Meisterschaft, beim Val de Lorraine, Trefle, dem ADAC Pirelli Enduro Cup und der Manschaftsweltmeisterschaft (Six Days), die Anfang November in Portugal stattfindet. Unterstütztung bekomme ich von meinem KTM Händler Kai Armin Pfefferle, Maxxis Reifen, Neprosport, ADAC Pfalz, Gartengestaltung Koch, Duffner Bautechnik, Pflasterbau Kaltenbach, Team Fahrschule Baumann, Claudios Race Service, AC Kaiserstuhl, MC Augsburg, Mototech und meinem Vater Frank Wiedemann.
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