Mike Kunzelmann #191

Strandrennen Le Touquet

146 Platz

28 Januar 2018

Seit meinem 5 Lebensjahr war es immer ein Traum, beim härtesten Strandrennen der Welt an den Start zu gehen. Diesen Traum habe ich mir dieses Jahr dann mithilfe meiner Sponsoren und meiner Familie ermöglicht und es war ein riesen Erlebnis.

Zusammen mit einem Kumpel und meiner Freundin machte ich mich am Freitag den 26 Januar auf den Weg, in das 700km entfernte Städtchen Le Touquet, direkt am Atlantik, gegenüber von England. Das erste Problem begleitete mich schon in der Vorbereitung, als ich die Lizenz beim DMSB zu spät beantragte, und ein Freund vom ADAC Pfalz mir diese am Abreisetag morgens um 8 Uhr, beim DMSB in Frankfurt noch abholen musste, damit ich überhaupt an den Start gehen konnte.

Apropo, wenn jetzt manche denken ich bin vor dem Rennen extrem viel im Sand gewesen zum trainieren, die haben sich getäuscht 😉 Das Rennen wollte ich eigentlich nur zum Spaß mitfahren um mir das ganze mal anzuschauen. Ich war anfang Januar an einem Wochenende in Ottobiano/Italien um mein Fahrwerk einzustellen und das neue Motorrad einzufahren, da dass Wetter in Deutschland so schlecht war. Körperlich hatte ich allerdings, im Gegensatz zum Motorrad fahren, genug trainiert 😉

Als wir Freitag Abend um ca 20 Uhr in Le Touquet angekommen sind, war alles schon ziemlich voll und wir fanden kaum noch einen Parkplatz. Nach langer Suche haben wir es aufgegeben und wie viele andere auch, außerhalb des Fahrerlagers einen Platz gesucht. Total am Ende von der Hinfahrt gingen wir Freitag Abend dann auch ziemlich zeitig zu Bett.

Samstag früh nach dem Frühstück ging es gleich zur Abnahme, die recht Problemlos abgelaufen ist, auch wenn die Franzosen meist kein Englisch sprächen. Nach dem das Motorrad im Parc Farme stand, machten wir uns auf den Weg zum Strand um den Quads und den Junioren zuzuschauen, denen ihr Rennen am Samstag schon stattfindet. Als wir durch die Stadt zum Strand gelaufen sind war ich einfach nur überrascht, von der Menge der Zuschauer, der Atmosphäre und der Größe dieses Rennens. Es war einfach großartig zu sehen, dass es noch solch große Offroadveranstaltungen gibt mit so vielen begeisterten Zuschauern.

So genug geschwärmt, jetzt zur Strecke 😉 Die Strecke muss man sich so vorstellen, es ging am Strand ca. 6 Kilometer vollgas hinunter (direkt am Wasser). Man muss aber dazu sagen, dass mitlerweile zwei schickanen eingebaut wurden, da es einfach zu gefährlich war. Nach den ca. 6 Kilometer vollgas, geht es dann gegenüber der Geraden an der Promenade zurück über große Wellen, Sprünge und Schikanen. Noch zu erwähnen ist, dass jeder Fahrer innerhalb der 3 Stunden Fahrzeit, mindestens 3 mal zur Box muss. Ob er tankt oder nicht ist ihm selbst überlassen.

Beim zuschauen der Junioren und der Quads wurde mir gleich klar, dass dies kein Zuckerschlecken wird 😉 Samstag abend gingen wir nach dem Abendessen wieder zeitig ins Bett, damit ich am Sonntag zum Rennen fit war.

Sonntag früh brachten wir gemeinsam mit Vanessa Danz(ebenfalls am Start), ihrem Vater und Tom Kölbach unser Zelt, Kanister, Werkzeug, Lebensmittel und alles was man sonst noch so braucht in die Boxengasse. Da wir nur sehr wenige Deutsche Fahrer waren, haben sich Vanessa und ich zusammen getan, um uns gegenseitig zu helfen.

1 Stunde vor dem Start, öffnete dann das Parc Farme und alle Fahrer durften zu ihren Motorräder. Das war eine riesen Schlacht, weil jeder gleich versuchte soweit wie möglich nach vorne zu kommen und Plätze gut zu machen. Da ich eh schon ganz hinten Stand (Platz 1085) machte ich mir da kein so großen druck und ging erstmal langsam an die Sache ran 😉 Nach einer kurzen Rede der Veranstalter, ging es dann vom Parc Farme durch die Stadt zum Strand an den Start. Am Strand wurde dann in 2 Gruppen gestartet, die ersten 600 und dann die zweiten 600 Fahrer bei denen ich dabei war.

Vor dem Rennen hatte ich mich noch effektiv warm gemacht, was aber total unnötig war. Bis ich vom Parc Farme am Start ware, ist bereits 1 Stunde vergangen 😉

So zum Rennen, der Start war bis jetzt eines meiner größten Erlebnisse, mit 1000 anderen Fahrern, mit über 150km/h am Strand entlang zu fliegen. Muss man selbst mal erlebt haben 😉 Eigentlich hatte ich vor wenig zu riskieren beim Start, da es sehr gefährlich ist, aber irgendwie hat mich der Wille nach vorne zu kommen gepackt und ich bin, gefühlt wie eine Rakete nach vorne geschossen. Als ich dann nach der Startgeraden in die erste Kurve eingebogen bin, war die Strecke von den ersten 600 Fahrern schon so zerbombt, dass ich dachte wo soll das noch enden. Zum Rennen an sich gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen, außer das ich glaube das Rennen meines Lebens gefahren bin 😀 ich hatte fast keine Stürze, kein Armpump, keine Kraftprobleme und ich bin für das, dass ich eigentlich kein Sand fahren kann echt gut gefahren. Am ende des Rennens wurde ich, trotz das ich in der letzten Runde wegen Wasserverlust stehen geblieben bin und fast dachte es ist vorbei, auf Platz 146 abgewunken. Somit war ich für einen kurzen Augenblick der glücklichste Mensch auf Erden und unglaublich stolz auf mich.

Zum Highlight des Rennens zählte aufjedenfall das Überholmanöver von Nathan Watson. Der überrundete mich bereits in der 2 Runde auf der Startgeraden mit einer Hand am Lenker, die andere Hand war auf dem Rücken. Das bewundernswerteste war, dass ich mit meinen 150 km/h schon dachte es geht nicht mehr schneller, Watson überholte mich aber bestimmt mit über 30km/h überschuss.

Naja, es war ein Klasse Erlebnis und werde nächstes Jahr aufjedenfall wieder dabei sein, von Startplatz 146 dann unter die ersten 100. 😉 bis dahin

Vielen dank an meine Sponsoren und an meine helfer !

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